„¡Buenos días!“: 7 Tipps zur interkulturellen Kommunikation in Mexiko


Laut Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ist Mexiko die neuntgrößte Volkswirtschaft der Welt und nach Brasilien die zweitgrößte Wirtschaftnation Lateinamerikas. Zudem zählt es zu den zehn größten Erdölproduzenten der Welt. Die wichtigsten Industriebranchen des Landes sind die Kraftfahrzeug- und Kraftfahrzeugzulieferindustrie sowie die Chemie- und Textilindustrie. Es befindet sich im Wandel von einem aufstrebenden Schwellenland hin zur Industrienation. Die deutsch-mexikanische Entwicklungszusammenarbeit dreht sich vor allem um Umwelt- und Ressourcenschutz sowie die Förderung erneuerbarer Energien und Energieeffizienz. Bis zur Wirtschaftskrise im Jahr 2009 exportierte Mexiko ca. 80% seiner Warengüter in die USA. Seitdem ist Mexiko sehr bestrebt Freihandelsabkommen mit anderen Nationen zu schließen. Dazu gehören auch die EU und China. Deutschland ist an Mexikos stetigen wirtschaftlichen Aufschwung nicht unbeteiligt, denn es pflegt eine gute wirtschaftliche Beziehung zu Mexiko und ist einer seiner größten Handelspartner. Nach Deutschland werden aus Mexiko besonders Kraftfahrzeuge, Fahrgestelle, Karosserien und Motorteile exportiert. Mexiko importiert dafür Kraftfahrzeuge, PKWs, Wohnmobile und andere Maschinen aus Deutschland.

 

Das Aufeinandertreffen zweier oder mehrerer Personen unterschiedlicher kultureller Herkunft kann herausfordernd sein, wenn es bei den Beteiligten an interkultureller Kompetenz mangelt. In solchen Begegnungen wird jeder der Beteiligten mit verschiedenen spezifischen Werten, Normen, Handlungs- und Verhaltensweisen konfrontiert. Diese sogenannten Kulturstandards (nach A. Thomas) sind kulturell verankert und werden von uns im Zuge des Sozialisationsprozesses verinnerlicht. . Eine Beurteilung von eigenen und fremden Verhalten erfolgt anhand dieser Kulturstandards. Das kann zu Missverständnissen führen und dadurch negative Auswirkungen auf folgende Handlungen oder die Beziehung haben. Daher ist interkulturelle Kompetenz von großer Bedeutung und wird benötigt für das erfolgreiche Gelingen der interkulturellen Kommunikation in solchen kulturellen Begegnungen. (vgl. Thomas 2015)

 

In diesem Beitrag stellen wir Ihnen folgende sieben nützliche Tipps vor, um wirkungsvoll interkulturell in Geschäftsbeziehungen im Zielland Mexiko, zu kommunizieren:

 

1. In Mexiko wird die Zeit anders verstanden als in Deutschland. Das Zeitverständnis ist polychron, d. h., man erledigt mehrere Dinge gleichzeitig, im Gegensatz zu Deutschland, wo eine Sache nach der anderen abgearbeitet wird. Das Einhalten von Terminen und einem festen Zeitplan wird nicht immer als dringend oder fundamental betrachtet.

 

2. In diesem Zusammenhang sollten Sie sich auch auf die Flexibilität und Spontaneität der Mexikaner einstellen. Mit Zeit und Regeln gehen sie grundsätzlich flexibel um und besitzen eine große Begabung in Sachen Improvisationskunst.

 

3. Das mexikanische Leben ist prinzipiell an der Gegenwart orientiert. Gelebt und gefühlt wird im Hier und Jetzt. Langfristige Planungen begegnen Ihnen vermutlich nicht, denn der Lebensrhythmus ist gegenwärtig ausgerichtet.

 

4. Mexikaner sind sehr gruppenorientiert und Gemeinschaft sowie Familie sind sehr wichtig. Diese kollektivistische Kultur ist ebenfalls auch eine High Context Kultur, in der der Kontext des Gesagten eine größere Bedeutung, als die gesprochenen Worte trägt.

 

5. Sympathie spielt eine wichtige Rolle für das Vertrauen in Beziehungen in Mexiko, auch in Geschäftsbeziehungen. Nehmen Sie sich Zeit und geben Sie Raum zur Entwicklung einer zwischenmenschlichen Beziehung zu Ihrem Geschäftspartner.

 

6. Ihr mexikanisches Gegenüber wird stets darauf bedacht sein, in jeder Situation und Lage sein Gesicht zu wahren. Direkte Kritik bekommen Sie wohl kaum von ihm zu hören, denn Ihr Gegenüber wird bemüht sein, Konflikte zu vermeiden und die Harmonie zu bewahren. Höflichkeit trägt einen hohen Wert in der mexikanischen Kultur. Folglich sollten Sie dies respektieren und Ihrem Gegenüber ebenso mit Höflichkeit begegnen, indem Sie nicht unverblümt aussprechen, was sie stört oder Ihre Meinung auf direktem Wege kundtun. Ebenso besteht ein starkes Machtgefälle in der Hierarchie, sodass es nicht üblich ist, seinem Vorgesetzten zu widersprechen oder seine Position infrage zu stellen.

 

7. Erscheinung und Repräsentation nach außen hin hat einen sehr hohen Stellenwert in Mexiko. Statussymbole und allgemeiner Wohlstand werden gerne gezeigt. Anders als vielleicht gedacht, erfahren privates und öffentliches Leben bzw. der Arbeitsbereich eine strikte Trennung voneinander.

 

Das Intercultural Success Team wünscht Ihnen viel Erfolg dabei, die interkulturellen Tipps bei Ihrem nächsten Mexikoaufenthalt zu berücksichtigen.