#38 Live Mitschnitt: Die Chancen und Herausforderungen von multikulturellen Teams


Woran scheitert die interkulturelle Zusammenarbeit und wie sie gelingen kann

Die heutige Folge (Live Mitschnitt aus einem interkulturellen Onlinekurs) beschäftigt sich mit monokulturellen und multikulturellen Teams. Wie der Name vermuten lässt, bestehen monokulturelle Teams ausschließlich aus Menschen, die aus einem Land oder genauer gesagt aus einer Kultur kommen, während in multikulturellen / internationalen Teams Mitglieder aus mehreren Nationen / Kulturen arbeiten. Du erfährst:

+ wie sieht die Leisungskurve / Durchschnittsverteilung der Leistung von mono- und multikulturellen Teams aus
+ wer erbringt Höchstleistungen: monokulturelle oder multikulturelle Teams?
+ welche Risiken gehen mit multikulturellen Teams einher und warum?
+ welche Vorteile bieten multikulturelle Teams und wieso?

 

 

Viel Spaß und wertvolle Erkenntnisse beim Anhören

Den interkulturellen Podcast „Deutschland und andere Länder“ gibt es auch unter:

https://itunes.apple.com/us/podcast/id1366874160

https://open.spotify.com/show/1x1qkOIpBPOgW23GdzTCrS?si=6gp_-lqwQd6uVEA4HzGKcQ

 

Zusätzlich gibt es die Folge hier zum Nachlesen:

„Deutschland und andere Länder mit Anna Lassonczyk“ – Der erste und einzige Podcast in Deutschland, Österreich und der Schweiz, der sich mit interkultureller Kommunikation beschäftigt, spannende Impulse über fremde Länder liefert, entfernte Kulturen näher bringt und erfolgreiche Menschen mit internationaler Erfahrung interviewt.

Warum sollen wir interkulturell kompetent werden? Globalisierung schreitet voran und eine internationale Karriere ist für viele attraktiv. Auch wenn wir in Deutschland arbeiten, haben wir viel mit Menschen aus anderen Ländern zu tun. Das bringt Chancen, aber auch Risiken mit sich. Vergleichen wir einmal Leistung, die in den monokulturellen und multikulturellen Teams hervorgebracht wird.

In monokulturellen Teams, in denen ausschließlich Menschen aus einem Land zusammenarbeiten wie zum Beispiel nur aus Deutschland, erinnert die Leistung an eine Glockenkurve. Es liegt eine typische mathematische Durchschnittsverteilung vor, welche besagt, dass die meisten Menschen in solchen Teams durchschnittlich sind, auch wenn das viele nicht hören wollen. Nehmen wir als Beispiel die Körpergröße. Es gibt relativ wenige Menschen, die über 2 Meter groß sind und es gibt wenige die unter 1,50 Meter sind. Die Körpergröße der meisten Menschen befindet sich irgendwo dazwischen. Ähnlich verhält es sich mit der Leistung von monokulturellen Teams. Die meisten monokulturellen Teams sind durchschnittlich. Es gibt wenige Teams, die schlecht sind und scheitern und wenige, die super gut sind.

Wie ändert sich die Leistungskurve, wenn wir mit Menschen aus vielen Ländern und Kulturen zusammenarbeiten? Sie sieht genau umgekehrt aus. Was bedeutet das? Studien haben herausgefunden, dass wenn wir mit multikulturellen Teams zusammenarbeiten, es sehr wenige Teams, die durchschnittlich sind. Es gibt hingegen viele Teams, die scheitern.

Aber warum passiert das? Ein Grund dafür ist die sprachliche Barriere. Weil wir uns in multikulturellen Teams auf Englisch verständigen, was für viele eine Fremdsprache ist, kann es leichter zu Missverständnissen kommen. Wir können uns nämlich in einer Fremdsprache nicht so gut verständlich machen, wie das in unserer Muttersprache der Fall ist.

Des Weiteren haben wir mit Stereotypen, Vorurteilen und Misstrauen zu kämpfen, wenn wir mit Menschen aus anderen Kulturen zu tun haben. Womöglich denken wir uns schon im Vorhinein: „Mit denen dauert es so lange“ oder „Sie sind so unverlässlich“. Vielleich haben wir schon Vorerfahrungen gemacht, wo es nicht so gut gelaufen ist. Aufgrund der selektiven Wahrnehmung gehen wir also mit einer negativen Einstellung an das Projekt heran.

Zudem legen Teammitglieder multikultureller Teams unterschiedliche Werte und Präferenzen an den Tag. Es gibt zum Beispiel Kulturen, die mit Zeit ganz anders umgehen, als es in Deutschland der Fall ist. Terminabsprachen werden anders interpretiert und es liegen unterschiedliche Einstellungen zum Thema Pünktlichkeit vor. Zudem werden in vielen Ländern der Welt Höflichkeit und Diplomatie großgeschrieben, während in Deutschland meistens die Ehrlichkeit vorherrscht. Solche Unterschiede in Werten und Präferenzen führen dazu, dass Projekte scheitern. Es gibt viel längere Anlaufbahnen und es dauert viel länger bis das Team warm wird. Aus diesen drei Gründen ist die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns in multikulturellen Teams so groß.

Aber die gute Nachricht ist, dass kulturelle Unterschiede zum Beispiel durch interkulturelle Trainings, interkulturelle Sensibilisierung oder durch diesen Podcast überbrückt werden können. Dann schaffen es die multikulturellen Teams, die kulturellen Unterschiede als Chance zu nutzen. Wenn das passiert, sind die Teams nicht nur gut oder sehr gut, sondern herausragend, toll, und fantastisch und legen Höchstleistungen an den Tag. Sie sind viel besser als Teams, in denen nur Menschen aus einem Land zusammenarbeiten.

Warum ist das so? Durch die kulturelle Vielfalt können wir solche Differenzen ausnutzen. Die Teams sind kreativer und haben mehr Ideen. Sie können ein Problem aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten und verfügen über unterschiedliche Sichtweisen, wodurch sie unterschiedlich an das Problem herangehen können. Aufgrund der verschiedenen Erfahrungen haben sie viel mehr Ideen und Lösungen. Ich will hier jetzt keine Namen nennen, aber es gibt viele internationale Unternehmen, die absichtlich Mitarbeiter aus verschiedenen Ländern mit in’s Boot holen. Diese erbringen nicht nur gute oder sehr gute Leistungen, sondern wie die Amerikaner es sagen würden Leistungen, die „outstandig“ sind.

Anknüpfend an diese Folge, erklärt die nächste Podcast Folge, wie unterschiedlich Einstellungen sein können, wenn jemand aus dem Ausland hier nach Deutschland kommt oder wenn wir von Deutschland in ein anderes Land reisen.

Wenn Dir diese Folge gefallen hat, dann freue ich mich über Deine Bewertung auf iTunes. Damit ist er auch für andere Personen sichtbar und Du hilfst mir dabei, den Podcast zu verbreiten.

Schreibe einen Kommentar