Anna Lassonczyk im Radiointerview bei Antenne Mainz über interkulturelle Kommunikation und Fettnäpfchen   Kürzlich aktualisiert!


Anna Lassonczyk bei Antenne Mainz über ihre Auslanderfahrung, eigene Fettnäpfchen und interkulturelle Kommunikation

Das Interview lief am Sonntag den 11.02. erstmalig bei Antenne Mainz und wurde am Dienstag den 13.02. wiederholt.

Anna Lassonczyk bei Antenne Mainz

Hier gibt es ein paar Eindrücke des Interviews in der Schriftform:

Anfangsschwierigkeiten und Kultuschock im neuen Land…

Ich fragte mich am Anfang, hat man mir in Polen die falsche Sprache beigebracht?

Du hast keinen Ton verstanden oder?

Ich habe die Menschen nicht verstanden. Ich war im Rathaus, um den Personalausweis zu beantragen. Die Dame, hat mich nach der Konfession gefragt oder etwas ganz einfaches wie Name, Vorname, … Basics halt. Ich habe glaube ich fünfmal nachgefragt, was sie meint…

Kulturelle Unterschiede im Sicherheitsbedürfnis…

…Die Versicherungsbranche boomt. Sowas wie Haftpflichtversicherung, es gibt Sprachen wo es das Wort nichtmal gibt.

Wobei ich jetzt mal sagen muss, die Haftpflichtversicherung ist tatsächlich wahrscheinlich die einzig vernünftige in dem Ganzen. Die macht ja wirklich Sinn, weil…

Sagst Du.

Jaaa… da kommt das Deutsche jetzt durch, ne?

Die meisten Menschen weltweit kennen das nicht.

Ja, aber ich sag mal, ich meine das ist ja schon Luxus, dass Du für, was weiß ich für 80€ im Jahr im Prinzip vor wirtschaftlichen Risiken, wenn Du irgendwas Dummes machst, abgesichert bist. Das möchte ich auch nicht missen, da bin ich dann Deutsch ja.

Ja. Also das ist die eine Methode, sich abzusichern. Die zweite Methode, typisch Polnisch, in Indien, Lateinamerika und vielen anderen Teilen der Welt,  da ist Flexibilität, Improvisation und Spontaneität als Ausgleich zur Sicherheit.  Man weiß: „Nichts ist sicher, außer, dass nichts sicher ist“ und deswegen, statt auf die Sicherheit und Planung aufzubauen, bauen die Menschen da auf das Vertrauen und haben die Einstellung: „Es wird schon irgendwie“, „Irgendwie kommen wir zurecht“, „Das klappt schon“. Die Menschen helfen einander. Die glauben einfach dran, dass sie mit kreativen Ideen, spontan und flexibel etwas zaubern können und das funktioniert einfach…

Reisen durch die ganze Welt und in Köln zuhause

…Hm, naja Zuhause, ich habe für meinen Buchhalter für meine Steuererklärung eine Auflistung der Reisen vorbereitet wegen dem Verpflegungsmehraufwand, und weiß deswegen, dass ich über 200 Tage in Abwesenheit war, also weg von zuhause,  auf Reisen.

Wow.

Aber, jedes Mal, wenn ich mit dem ICE über die Brücke fahre, und den Kölner Dom und Aussicht sehe, denke ich mir: Hach… wie schön…

Ok, Zuhause. Das ist schon Zuhause finde ich dann, oder?

Genau, das ist mein Zuhause….

Anna Lassonczyk im Interview mit Volker Pietzsch von Antenne Mainz

Offenheit für andere Kulturen…

…Ich finds gar nicht verkehrt, wenn man eine tolle Einstellung zu seinem Land hat, das liebt und mag und auch dafür eintritt , das finde ich alles gut. Aber ich glaube, es ist so wichtig, dass man einen Blick über den Tellerrand in die Welt hat.

Ja.

Und einfach auch Dinge, Verständnis für Geschichten von anderen Menschen.

Ja. So dieser Blick über den Tellerrand finde ich ein tolle Redewendung, genau so wie Vogelperspektive. Ich liebe Polen, ich liebe auch Deutschland. Deswegen wohne ich auch hier und bin gleichzeitig stolz drauf, dass ich aus Polen komme. Trotzdem will ich die Welt aus der Vogelperspektive betrachten können. Das heißt, ich vergleiche Länder, um so neutral wie möglich zu sein und mich nicht irgendwie in einer Geschichte zu verheddern…

Fettnäpfchen in der interkulturellen Kommunikation…

Was sind denn die schlimmsten Fettnäpfchen? Fangen wir mal bei uns an. Was kann ich denn in Europa so alles falsch machen, wenn ich unterwegs bin?

Oh, jede Menge.  Es gibt diese Ähnlichkeitsfalle, wo wir denken, naja die Nachbarn können nicht so anders sein. Also nehmen wir Österreich und Deutschland. Wir haben zwar die gleiche Sprache, auch wenn mit einem anderen Dialekt, aber die Art und Weise wie wir Geschäfte machen ist unterschiedlich. In Österreich sind wir viel schneller beim Du in Unternehmen, Die Hierarchien sind viel flacher, da zählt der Mensch und die Beziehung im Berufsleben viel mehr.

 

Neugierig geworden? Das ganze Radiointerview zum Anhören gibt es hier:

Radiointerview 1, Radiointerview 2, Radiointerview 3, Radiointerview 4, Radiointerview 5, Radiointerview 6, Radiointerview 7, Radiointerview 8, Radiointerview 9, Radiointerview 10, Radiointerview 11, Radiointerview 12, Radiointerview 13

Wenn Sie lieber das Interview nachlesen möchten, können Sie das hier tun: Das Radiointerview mit Anna Lassonczyk bei der Antenne Mainz in der Schriftform als PDF.

 

Außerdem gibt es das Interview und viele andere Inhalte in unserem neuen Podcast „DEUTSCHLAND UND ANDERE LÄNDER“ gratis zu hören.

 

Das Team von

wünscht viel Spaß beim Hören und Lesen!

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