Bonjour la France! 6 Tipps für die erfolgreiche interkulturelle Kommunikation in Frankreich


 

Wenn Sie diese Tipps für Ihren Aufenthalt in Frankreich berücksichtigen, wird Ihnen die interkulturelle Kommunikation mit den Franzosen leichter fallen und viel Freude bereiten.

 

 

Warum redet der Franzose weiter auf Französisch mit mir, obwohl er weiß, dass ich kein Wort verstehe?

Haben Sie so eine oder ähnliche Situationen schon einmal erlebt oder davon gehört? Obwohl Frankreich ein Nachbarland von uns ist, gibt es doch viele kulturelle Unterschiede, die zu Missverständnissen führen können. Um auf Ihren Aufenthalt in Frankreich besser vorbereitet zu sein, hilft es enorm, sich schon vorher mit unserem Nachbarland zu befassen. Was ist typisch für Frankreich, wie sollte ich mich verhalten, welche Themen sind tabu? Zwar wird es trotz guter Vorbereitung immer wieder mal zu einem Missverständnis oder einer Irritation kommen, aber dann wissen Sie auch deutlich besser mit solchen Situationen umzugehen.

 

Hier kommen die 6 wervollen Tipps für eine erfolgreiche interkulturelle Kommunikation in Frankreich:

 

1. Parlez-vous français? Ein paar Brocken Französisch sind immer gut

Die Franzosen und ihre Muttersprache, ein kleines Kapitel für sich. Die Franzosen sind stolz auf ihr Land und verliebt in ihre Sprache, und das werden Sie schnell zu Spüren bekommen. Viele sprechen nur ungerne Fremdsprachen, frei nach dem Motto: „Wer nach Frankreich will, soll Französisch lernen“. Das ist nicht nur ein Spruch, sondern verbreitete Einstellung der Franzosen und bittere Realität für Touristen. Daher helfen Ihnen wenigstens ein paar Grundkenntnisse im Französischen. Wenn Sie sich zumindest bemühen, zunächst in der Muttersprache der Franzosen zu kommunizieren, sind diese auch in der Regel deutlich bereiter, in das für sie häufig unbeliebte Englisch zu wechseln.

 

2. Faire la bise oder auch: Küsschen rechts, Küsschen links

Franzosen sind bekannt dafür, dass sie sich mit Wangenküssen begrüßen. Während im geschäftlichen Bereich oft (teils ausgiebiges) Händeschütteln angesagt ist, begrüßt oder verabschiedet man privat aber nicht nur gute Freunde, sondern häufig auch neue Bekanntschaften, mit Küsschen. Bleiben Sie also gelassen, wenn Sie direkt bei den ersten Treffen in dieses Ritual miteinbezogen werden. Die Anzahl der Wangenküsse variiert zwischen zwei und vier, meist kommt es hier auf die Region oder den Stand der Beziehung zueinander an. Auch mit welcher Seite man beginnt, ist unterschiedlich. Am besten warten Sie hier auf den Impuls Ihrer französischen Gesprächspartner und passen sich einfach an.

 

3. Bonjour Madame, bonjour Monsieur: die passende Anrede

In Frankreich ist es bei der Anrede, auch im Kontakt per E-Mail üblich, den Gesprächspartner mit Madame/ Monsieur oder auch einfach nur mit dem Vornamen anzusprechen. Wundern Sie sich also bitte nicht, wenn Sie bei der Anrede Ihren Nachnamen nicht hören oder lesen. Hatten Sie bereits häufiger Kontakt, kann es auch sein, dass in der Anrede zu cher/chère + Vorname gewechselt wird.

 

4. Laissez-faire und savoir vivre: nehmen Sie es gelassen

Der Franzose weiß wie es geht, das Leben zu genießen. Die typische französische Gelassenheit ist überall im Land zu spüren. Die Menschen wirken weniger gehetzt als in Deutschland und machen sich auch weniger Druck. „Dann wird es halt etwas später“, z.B. bis die E-Mail verschickt werden kann. Auch an der Kasse im Supermarkt muss man Geduld mitbringen, wenn man die deutsche Geschwindigkeit gewohnt ist. In Frankreich möchte man es gemütlich haben. Ähnlich funktioniert das auch bei persönlichen Treffen. Wie es aus anderen südlichen Ländern schon bekannt ist, kommt auch der Franzose gerne mal ein paar Minuten nach der vereinbarten Zeit an. Die deutsche Pünktlichkeit ist in Frankreich trotzdem überall bekannt und beliebt.

 

5. Baguette, Camembert und Wein: Essen ist wichtig

Und zwar wirklich wichtig. Die Franzosen essen am Abend gerne sehr ausgedehnt, denn das gehört zum guten Lebensgefühl in Frankreich einfach dazu. Das Essen wird auch für Beziehungsarbeit genutzt. Es kann also gut sein, dass Sie, bevor es detaillierter ans Geschäftliche geht, erst einmal zum Essen eingeladen werden, um die Beziehung aufzubauen und zu pflegen. Zu private Themen sollten Sie hier aber trotzdem nicht aufnehmen. Und auch die Themen Politik oder Religion sollten eher nicht erwähnt werden. Das Geschäftliche wird erst im späteren Verlauf des Essens angesprochen. Die meisten Deutschen bringen es zu früh auf den Tisch. Um sicher zu gehen, dass die Zeit für Business auch für die Franzosen reif ist, warten Sie am besten ab, bis die anfangen. Auch wenn es Ihnen lange vorkommen wird, die Geduld lohnt sich.

 

6. Implizit vs. explizit: In Frankreich macht’s der Kontext

Während in Deutschland alles möglichst genau und detailliert ausgesprochen wird, entnehmen die Franzosen in der Kommunikation auch viel dem bestehenden Kontext. Es kann daher passieren, dass Ihnen nach einem Gespräch sowohl ein paar Details als auch grundlegende Informationen fehlen. Fragen Sie vorsichtig und sehr höflich nach und üben Sie sich darin, viele Hinweise aus dem Kontext zu entnehmen. Andersherum sollten Sie Ihrem französischen Gesprächspartner nicht alles bis ins kleinste Detail mitteilen, sonst könnte es passieren, dass er genervt ist oder glaubt, Sie trauen ihm nicht zu eigenständig zu denken.

Bleiben Sie trotz der Tipps bereit für französische Überraschungen und freuen sich darauf, ein tolles, facettenreiches Land vor Ort näher kennenzulernen.

Warum Frankreich? Französisch – Deutsche Verknüpfungen…

Frankreich ist schon seit vielen Jahren nicht mehr nur ein beliebtes vielseitiges Urlaubsland für die Deutschen. Auch wirtschaftlich sind die beiden Länder eng miteinander verbunden. Viele Unternehmen sind im jeweils anderen Land präsent, es kommt häufig zu Handel und Investitionen. Am 22. Januar 1963 unterschrieben Konrad Adenauer und Charles de Gaulle den Élysée-Vertrag (Freundschaftsvertrag) und besiegelten damit eine enge Zusammenarbeit der beiden Länder. Der Tag der deutsch-französischen Freundschaft wird seit einigen Jahren in beiden Ländern unter anderem mit Begegnungsveranstaltungen gefeiert. Französisch wird an deutschen Schulen sehr häufig als zweite Fremdsprache unterrichtet, im Saarland ist es sogar oft die erste Fremdsprache.

Viel Spaß und Erfolg mit der interkulturellen Kommunikation in Frankreich

wünscht Ihnen Anna Lassonczyk und das Intercultural Success Team.

 

Verfasst von: Sarah Wolfgarten, Intercultural Success