6 Tipps für die interkulturelle Kommunikation in China bzw. mit Chinesen


Wie Sie erfolgreich mit Chinesen kommunizieren:

Kaum ein anderes Land schafft es, so viel Faszination und dennoch fremdartige Befangenheit bei uns auszulösen, wie China. Als bevölkerungsreichster Staat der Welt bietet China gleichzeitig eine atemberaubende Natur, Kultur, Politik und Geschichte und eine Reise dorthin bringt unweigerlich vielfältige neue kulturelle Eindrücke und Erfahrungen mit sich.

Damit die Auslandserfahrung zu einer besonders positiven Lebensbereicherung wird, haben wir die wichtigsten Aspekte für die interkulturelle Kommunikation in China zusammengefasst und mit bestehenden Vorurteilen aufgeräumt:

 

1. Beziehungen in China

In Deutschland legen wir besonders viel Wert auf individuelle Entwicklung. Jeder möchte und soll seinen eigenen Weg gehen. Dagegen zählt China zu den kollektivistischen Ländern, in denen vor allem die Zugehörigkeit zu einer Gruppe den Menschen definiert. Für eine gelungene interkulturelle Kommunikation sollte man dies immer im Hinterkopf behalten, denn diese Gruppendynamik wird bereits in sehr kleinen Bereichen deutlich. Zum Beispiel, wenn in der Uni bei interkulturellen Events Teams gebildet werden, bestehen die Kontakte auch nach der Veranstaltung weiterhin und es wird von den Gruppenmitgliedern automatisch eine gewisse positive Einstellung gegenüber dem eigenen Team erwartet. Obwohl es Anfangs gezwungen wirken kann, knüpft man auf diese Art und Weise schnell Freundschaften.

 

2. Führung und Hierarchien in China

Aus dem ersten Punkt ergibt sich das Arbeitsverhältnis zwischen Chef und Angestellten. Die Hierarchien innerhalb eines Unternehmens sind klar und vielstufig, sodass auf Titel besonders viel Wert gelegt wird, denn sie sind Ausdruck des Rangs und damit der Wertschätzung der Person. Anstatt flacher Hierarchien zählen in China schnelle aber kleinstufige Beförderungen deutlich mehr. Außerdem sind Privatleben und Arbeit oft stark vermischt. 12-Stunden-Schichten sind keine Seltenheit, doch Freunde und engste Vertraute sind in China vor allem die Arbeitskollegen und Vorgesetzten. Letztere fungieren oft als Ersatzeltern und kümmern sich auch um das Privatleben ihrer Angestellten. Dazu zählt beispielsweise auch, dass sie die Mitarbeiter mit potenziellen Ehepartnern bekanntmachen.

 

3. Sprache und Kommunikation in China

Einer der ersten genannten Aspekte im Kontext der interkulturellen Kommunikation ist immer die Sprache und die Schrift. Muss man Chinesisch können? Es hilft sicher. Und ist die Schrift nicht unglaublich schwer zu lernen? Die Schrift ja, aber gesprochenes Chinesisch ist weitestgehend frei von Grammatik und daher relativ leicht erlernbar. Ambitionierten Anfängern des Mandarin wird jedoch schnell auffallen, dass konkrete deutsche Ausdrücke oft nur oberflächlich im Chinesischen wiedergegeben werden können. Dabei gibt es kaum in einer Sprache mehr verschiedene Wörter für ein und dieselbe Sache als im Chinesischen. Allerdings versteht sich viel aus dem Kontext, sodass oft auf Zeitformen verzichtet wird. Dies ist wohl der wichtigste Punkt bezüglich der interkulturellen Kommunikation in China: Die Chinesen verstehen aus dem Kontext und nicht über direkte Aussagen. Die Höflichkeit gebietet es, Kritik nur sehr versteckt auszudrücken, zum Beispiel, indem der kritisierte Aspekt beim Lob ausgelassen wird. Chinesen sind Meister des Deutens und Erkennens von versteckten Botschaften und gerade für uns sehr direkten Deutschen ist es schwer, entsprechende Hinweise zu verstehen. Jedoch hilft es im Umgang mit Chinesen, seine eigene Meinung nicht sofort lautstark preis zu geben.

 

4. Essensgewohnheiten in China

„China? Da isst man doch Hunde und Katzen!“ Es stimmt, dass es in China erlaubt ist, sämtliche Tiere zu essen, was jedoch nicht heißt, dass Hunde auf der alltäglichen Speiseliste stehen. Um besonders wichtigen Gästen zu imponieren und etwas bieten zu können, werden unter Umständen diverse exotische Delikatessen zubereitet. Allerdings beschränkt sich dies auch in der Regel auf eine bestimme Region in China, Guangzhou, und der Normalbürger bevorzugt durchaus Hühnchen- oder Schweinefleisch. Wenn man die Chinesen danach fragt, werden einem die meisten antworten, dass sie noch nie Hunde oder Katzen gegessen haben. Stattdessen werden vor allem in Peking kleine Hunde als treuer Begleiter immer mehr geschätzt.

 

5. Kulturelle Werte in China

Die sehr spezielle Politik in China ist hierzulande immer wieder Grund zur Diskussion. Fakt ist, dass nicht jeder Chinese mit der Regierung einverstanden ist, doch um erfolgreich zu sein ist es enorm wichtig, mit dem System zu schwimmen. Kritik an führenden Persönlichkeiten darf durchaus geäußert werden, aber niemals in Form einer öffentlichen Opposition, sondern nur im vertrauten Kreis innerhalb der Partei. Egal wie man die heutige chinesische Gesellschaft bewerten möchte, das Land kann auf eine imposante Geschichte zurückblicken, die den einzelnen Bürger in der Regel mit Stolz erfüllt. Die Chinesen empfinden sich als anders und exotisch und sind stolz darauf. Europäer werden zwar gerne fotografiert und angesprochen, man darf sich aber nicht der Illusion hingeben, es handle sich um Neid auf das freie Europa. Stattdessen sind wir eher wie exotische Tiere, die doch niemals die Eigenheiten der chinesischen Kultur verstehen könnten (womit sie wahrscheinlich Recht haben). Die Grundregel für eine gelungene interkulturelle Kommunikation kommt in China daher ganz besonders zu tragen: Man muss dem Gegenüber Wertschätzung und Respekt entgegen bringen, denn dann eröffnen sich für einen persönlich ganz neue Perspektiven.

 

6. Kulturelle Unterschiede in China

Europa ist aus chinesischer Sicht ein einziges Land mit einer einzigen Kultur. Wir wissen, dass dies nicht stimmt, und genauso wenig gibt es „das China“. Stattdessen gibt es viele verschiedene Chinas: Die Menschen im Süden, bei denen teilweise karibisches Klima herrscht, leben anders als die Menschen im Norden, in deren Städten deutlich die russische Architektur erkennbar ist. Das Land ist anders als die Stadt, die Küstenstädte anders als das Hochland, die Sprachen unterscheiden sich teilweise so stark, dass eine gesprochene Kommunikation untereinander nicht möglich ist. So wie wir untereinander über einzelne europäische Länder reden, so tauschen sich Chinesen über die verschiedenen Provinzen aus. Daher sollte man bei der Revision einer Chinareise unbedingt differenzieren mit welchen Menschen und Orten man tatsächlich Kontakt hatte. Die Chinesen werden Ihnen dankbar sein!

 

 

 

 

 

Das Team von

wünscht viel Spaß und Erfolg

mit der interkulturellen Kommunikation in China!

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